Fokusgruppen

Fokusgruppen bezeichnen eine Form der Gruppendiskussion, bei der unter Leitung und Aufsicht eines Moderators ein bestimmtes Thema oder ein bestimmter Themenkomplex behandelt wird.

Fokusgruppen eignen sich als qualitatives Instrument der Marktforschung bzw. der Motivforschung insbesondere dort, wo keine vorstrukturierten Daten und eindeutige Informationen abgefragt werden können. Wenngleich Fokusgruppen in der Mehrzahl der Fälle in Form des persönlichen Zusammentreffens der Teilnehmer stattfinden, bieten sich auch zahlreiche Möglichkeiten der Online-Fokusgruppen via Videochat oder Foren an.

Zusammensetzung von Fokusgruppen

Fokusgruppen bestehen üblicherweise aus 6 bis 12 Personen. Eine zu geringe Anzahl der teilnehmenden Personen beeinträchtigt im Allgemeinen die Vielfalt und Lebendigkeit der Diskussion, während bei einer zu großen Teilnehmerzahl gruppendynamische Effekte zum Tragen kommen und einzelne Personen in ihrer aktiven Teilnahme am Diskussionsprozess unterrepräsentiert sind.

Wesentlich für das Gelingen einer Fokusgruppe ist die sorgfältige Zusammensetzung der Gruppe. Dabei ist sowohl auf soziale Merkmale der teilnehmenden Personen als auch auf deren Persönlichkeitsmerkmale zu achten. Es hat sich gezeigt, dass zu starke soziale Unterschiede innerhalb der Gruppe den Diskussionprozess erschweren, ebenso wie eine sozial monotone Zusammensetzung in Folge zu großer Übereinstimmung von Meinungen und Werthaltungen zu einer trägen Diskussionskultur führen kann.

Die Persönlichkeitsmerkmale der teilnehmenden Personen sind insofern relevant, als typische Alpha-Charaktere zu einer einseitigen Verteilung der Stellungnahmen führen, die nur durch intensive Intervention der Moderatoren ausgeglichen werden kann. Eine völlig heterogene Gruppe ist daher ebenso zu vermeiden wie eine völlig homogene Gruppenzusammensetzung.

Methodisches Instrumentarium bei Fokusgruppen

Es ist sinnvoll Fokusgruppen nicht nur durch einen Moderator, sondern auch zusätzlich durch einen Supervisor begleiten zu lassen. Zudem gehört die Aufzeichnung von zumindest Ton, aber üblicherweise auch eines Videos zum Standard, damit die Diskussion live mitverfolgt und nachträglich zusätzlich ausgewertet werden kann.

Die Moderation selbst kann durch direkte Fragenstellung, durch Zwischenfragen an die Allgemeinheit oder an spezielle Personen, durch Intervention und Vermittlung erfolgen. Das Ziel der Artikulierung von Erfahrungen, Meinungen, Perspektiven und Werhaltungen kann neben der rein verbalen Form auch durch Mittel wie Brainstorming, Körpersprache, Zeichnungen, Stimmungsbilder oder gruppendynamische Spiele erreicht werden.

Einsatzbereiche von Fokusgruppen

Die Einsatzmöglichkeiten von Fokusgruppen sind vielfältig. Sie werden am sinnvollsten dort eingesetzt wo qualitative Erkenntnisse, die Entwicklung von Meinungen und gruppendynamische Aspekte der Meinungsbildung im Zentrum des Interesses stehen.

Häufig werden Fokusgruppen auch dazu gebraucht, um im Vorfeld quantitativer Befragungen in der Markt- und Meinungsforschung das Feld der zu erfragenden Inhalte, das vorherrschende Wording und den Zugang von Konsumenten zu einem Thema zu erkunden.

In der Motivforschung stellt die Fokusgruppe einen wertvollen Komplementärpart zu Tiefeninterviews dar, bei dem die Einflüsse der Gruppendynamik im Unterschied zwischen Gruppenprozessen und individueller Artikulation von Motiven dargestellt werden kann.

Nähere Informationen: siehe Fokusgruppen unter Forschung/Marktforschung



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